TADü-Besuch in der Gedenkstätte Brauweiler des LVR

Am 31.10.2026 starteten 13 Interessierte von Spich aus nach Brauweiler, wo Dr. Thulin, der Leiter der Gedenkstätte, eine kostenlose Führung durch die Ausstellung anbot.

Die Geschichte des Abtei-Geländes in Brauweiler

Die Abtei Brauweiler wurde im Jahr 1024 als Benediktinerkloster gegründet und prägte über viele Jahrhunderte das Leben in der Region. Mit der Säkularisierung unter napoleonischer Herrschaft wurde das Kloster 1802 aufgelöst.

Der Weg zur Arbeitsanstalt

Ab 1811 nutzte die französische Verwaltung die Gebäude erstmals säkular als sogenanntes Bettlerdepot. Dort wurden Menschen festgehalten, die als arm oder arbeitsscheu galten, und zur Arbeit verpflichtet. Nach dem Übergang des Rheinlands an Preußen im Jahr 1815 entstand auf dem Gelände die Provinzial-Arbeitsanstalt Brauweiler. Sie entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einer der größten Arbeitsanstalten im Deutschen Reich. Ziel dieser Einrichtungen war es, gesellschaftlich ausgegrenzte Menschen zu disziplinieren und abzuschrecken. In Brauweiler arbeiteten Frauen, Männer und Jugendliche unter anderem in der Textilproduktion, in Handwerksbetrieben, in der Landwirtschaft und in einer Ziegelei.

Gedenkstätte

Die Gedenkstätte Brauweiler des LVR wurde 2008 eröffnet und dokumentiert seitdem die Geschehnisse in der ehemaligen Arbeitsanstalt Brauweiler zwischen 1933 und 1945. Gleichzeitig ist sie dem Gedenken an die Inhaftierten des NS-Regimes gewidmet.

Im Juni 2024 eröffnete die Gedenkstätte im Rahmen des 1000-jährigen Jubiläums der Abtei Brauweiler nach einer umfassenden Neugestaltung eine neue Dauerausstellung mit erweiterter Ausstellungsfläche und barrierearmem Zugang im Kellergeschoss des ehemaligen „Frauenhauses“.

Die Dauerausstellung vermittelt auf etwa 340 Quadratmetern die verschiedenen Nutzungsphasen der Arbeitsanstalt, die unterschiedlichen Gruppen von Inhaftierten und die handelnden Akteur:innen. Im Mittelpunkt stehen neben der Darstellung der historischen Geschehnisse insbesondere die Erinnerung an die Betroffenen. Ein Gedenkraum lädt Besucher:innen ein, innezuhalten und der Opfer zu gedenken. Die Namen der Inhaftierten wurden von Schüler:innen der Gesamtschule Pulheim und der Jan Wellem Schule aus Düsseldorf eingesprochen.

Unser Besuch

Der Leiter der Gedenkstätte führte uns durch die Ausstellung und erzählte auch, wie es immer wieder Begegnungen mit Menschen gab, die selbst in Brauweiler gefangen gehalten wurden – oder mit deren Familien. In der Ausstellung werden auch die Biographien einiger Gefangener wie auch ihrer Aufseher und Anstaltsleiter aufgegriffen.

Der Besuch war sehr beeindruckend und wir können nur allen empfehlen, sich selbst ein Bild von der guten Aufbereitung dieses speziellen Themas zu machen – und dann auch noch die 1002 Jahre alte Abtei auf sich wirken zu lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert